PJ am Caritas Krankenhaus Bad Mergentheim

16.09.2018

Diesen Monat berichtet uns unser YOUngster Kristina Götz aus Würzburg über ihr PJ-Wahlterital.

Orthopädie im beschaulichen Hohenlohe am Caritas Krankenhaus Bad Mergentheim

Mein letztes PJ Tertial führte mich für mein Wahlfach Orthopädie an das Lehrkrankenhaus der Universität Würzburg nach Bad Mergentheim. Wem der Name nicht viel verrät, dem sei erklärt, dass es sich um eine Stadt im fränkischen Nordosten Baden-Württembergs handelt, unweit von Würzburg oder Heilbronn. Ein Grund für die Entscheidung, mein Wahltertial an dieser Klinik zu verbringen, war neben den durchweg positiven Erfahrungen meiner Kommilitonen auch die Möglichkeit für vier Monate Teil eines gemeinsamen unfallchirurgisch orthopädischen Teams zu sein, das unter der Leitung nur eines Chefarztes, Herrn Prof. Dr. C. Eingartner steht. In den vier Monaten des Wahltertiales hatte ich die Möglichkeit mich, anders als in anderen Tertialen, in denen stetiger Wechsel von Station zu Station an der Tagesordnung ist, im Team einzufinden, eigene Aufgaben wahrzunehmen und selbständig zu handeln und Alles in Allem hatte ich eine tolle Zeit dort. Der Tag beginnt um 7Uhr mit der Stationsvisite, die bis 7.30Uhr pünktlich zur Röntgenbesprechung beendet ist. Einmal wöchentlich, jeden Montag fand im Anschluss daran eine teaminterne Fortbildung zu aktuellen Forschungsthemen oder Krankheitsbildern statt. Meine Erfahrung aus diesem Tertial ist, dass man in einem solchen, mittelgroßen Haus sehr gut praktische Erfahrungen machen kann, einen sehr guten kollegialen Austausch erfährt und auch in Diensten Zeit bleibt, einen Einblick in die Arthrosonografie oder eigenständige Behandlung von Patienten zu erhalte. Mit den meisten Kollegen war ich schnell per Du, durfte mir relativ frei in Absprache mit den anderen Studenten nach Interesse einteilen, wie oft und bei welchen Operationen ich assistieren wollte und konnte im zweiten Monat unter Anleitung meine erste selbstständig durchgeführte kleine Metallentfernung operieren. Es musste lediglich von studentischer Seite aus sichergestellt werden, dass alle Operationen mit studentischer Assistenz, die auch als solche im OP-Plan markiert wurden mit Studenten besetzt sind. Auch wurde ich häufig hinzugerufen, wenn gerade ein spannender Fall in der Notaufnahme oder Sprechstunde eingetroffen ist und eine besondere Vertrauensbasis bestand darin, selbst Behandlungen übernehmen zu dürfen – natürlich unter nachfolgender Besprechung mit dem zuständigen Arzt. Wer keine außergewöhliche Patientendiversität sucht, sondern Wert auf eine gute 1:1-Betreuung und das Erlernen selbständigen Arbeitens im behüteten Rahmen des PJs legt, der ist hier genau richtig. Ich möchte diese Erfahrung nicht missen! Wer jedoch möglichst viele Schockräume und schlaflose Dienste miterleben möchte, der wird hier wohl nicht völlig auf seine Kosten kommen.
Für alle, die nicht in fahrbarer Nähe wohnen oder nicht, wie ich täglich fast eine Stunde von Würzburg aus pendeln möchten, können in dem, an die Klinik angeschlossenen Wohnheim wohnen. Das tägliche Pendeln war jedoch, dank der geregelten Arbeitszeiten kein Problem, so war im Regelfall das gesamte Team pünktlich nach der Nachmittagsbesprechung um 16Uhr im Feierabend. Dadurch hat sich fast immer einer, der auch pendelnden Assistenzärzte gefunden, um mit nach Würzburg fahren zu können.
Meinen Erwartungen hat dieses PJ Tertial vollends entsprochen und ich kann jedem ans Herz legen, hier eine Famulatur oder ein Tertial des Praktischen Jahres zu verbringen.