Famulatur in Hamburg

 

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie

17.04.2018

Haupteingang

Haupteingang

Den Frühling 2018 nutzte ich für eine Famulatur im schönen Hamburg an der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des UKE. Die Abteilung gliedert sich räumlich um die große Zentrale Notaufnahme des Hauses und ist somit im Hauptgebäude des riesigen Klinikkomplexes zu finden. Sie zählt 84 Betten und 3000 ambulante und stationäre Eingriffe.

Als Famulant wird man nicht fest in den Klinikalltag eingeplant, da sehr viele Studenten wöchentlich kommen und gehen. Dies führt dazu, dass die ersten Tage dazu genutzt werden müssen, sich eigenständig in der Klinik zurecht zu finden, das Team kennen zu lernen und seine Aufgaben aufzunehmen. Arbeitsbeginn ist meist 7:15. Hier beginnt die Frühbesprechung, in der die bildgebenden Verfahren des letzten Tages nachbesprochen werden. Nach der Frühbesprechung teilen sich Famulanten und PJ-ler die verschiedenen Aufgabengebiete auf: Zwei unfallchirurgische und eine wirbelsäulenchirurgische Station, die Notaufnahme, Poliklinik und Sprechstunden sowie den OP. Im Gegensatz zu den PJ-lern besteht für Famulanten die freie Auswahl, man fungiert somit als Springer.

Ein Highlight der Famulatur war der „6th European Pelvic Course”, der in Hamburg organisiert wurde. Als Student durfte man eine Gruppe der Teilnehmer begleiten, den Vorträgen beiwohnen und war für die Verteilung der Körperspender für den praktischen Teil des Kurses mitverantwortlich. Die Famulatur im Zeitraum eines solchen großen Kurses ist also sehr zu empfehlen. http://www.european-pelvic-course.de/index.php?id=23210

Station: Zur Stationsarbeit gehört die Begleitung des Stationsarztes auf Visite, Unterstützung bei der Dokumentation und gelegentliche Blutabnahmen/Zugänge, welche außerhalb der Regel abgenommen werden müssen. Zudem erhält man die Möglichkeit, viel über die jeweiligen Krankheitsbilder zu erfahren – die Stationsärzte erklären auf Nachfrage meist sehr gerne.

Notaufnahme: Die Notaufnahme ist meist überfüllt, daher gibt es viele Möglichkeiten, sich als Famulant einzubringen. Bei entsprechenden Kenntnissen der unfallchirurgischen Untersuchung und des Schreibens von Arztbriefen kann man Patienten selbstständig anamnestizieren, untersuchen, nach Rücksprache Bildgebungen anordnen, Arztbriefe schreiben und Therapien verordnen. Dies alles geschieht in Rücksprache mit den Ärzten der ZNA, ist man sich seiner Untersuchung sicher, wird darauf jedoch auch meist vertraut. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, passiv an Schockräumen teilzunehmen – ich stand jedoch leider während sämtlichen Schockräumen im OP.

Poliklinik / Sprechstunde: Am UKE findet jeden Morgen eine allgemeine Sprechstunde und jeden Nachmittag eine spezielle- statt. Hier werden Becken/Hüfte, Hand, Knie, Schulter/Ellenbogen und Tumor unterteilt. Pro Sprechstunde hat ein Student die Möglichkeit, die Ärzte zu begleiten. Obwohl man als Student einen rein passiven Part übernimmt, kann man hier über Diagnostik, Therapiewahl und Gesprächsführung sehr viel lernen. Vor allem der Umgang mit Komplikationen, unzufriedenen Patienten und nicht-operablen Patienten lernt man sonst nirgendwo so gut wie in der Poliklinik. Die Sprechstunden sind meist auf sehr spezifische Fragestellungen ausgelegt. Hier sieht man oft seltene Krankheitsbilder, die man sonst in kleinen Kliniken selten bis nie sehen würde.

OP: Im OP kommt es v.a. auf die eigene Erfahrung und den Umgang mit dem Team an. Versteht man sich als „erfahrener“ Student gut mit den Operateuren wird hier sehr viel erklärt, man wird für interessante OPs angerufen und darf sich nahezu immer mit einwaschen. Neben des Assistierens darf man hier oft kleine OPs teiloperieren, eigenständig knoten und nähen. Besonders empfehlenswert ist hierbei der ambulante OP, da hier am meisten erklärt wird und es viele Möglichkeiten gibt, eigenständig zu arbeiten.

In Zusammenfassung ist die Famulatur am UKE eine Erfahrung, die ich nicht missen wollen würde. Trotz der Größe der Klinik ist das Team sehr freundlich und erklärt sehr gerne, wenn Interesse gezeigt wird. Da man als Famulant im Gegensatz zu kleinen Kliniken jedoch nicht „an die Hand genommen“ wird, empfiehlt sich die Famulatur eher für fortgeschrittene klinische Semester.

Beckenkurs

Beckenkurs

Zentrale Notaufnahme

Zentrale Notaufnahme

Hubschrauberlandeplatz

Hubschrauberlandeplatz

Alster am Abend

Alster am Abend