Famulatur am Kantonsspital St. Gallen

28.10.2017

Famulatur am Kantonsspital St. Gallen – Julia Lenz berichtet über ihre 3. Famulatur:

Im Juli 2017 folgte ich dem Ruf der Berge und famulierte einen Monat in der Orthopädie des Kantonsspitals St. Gallen in der Schweiz. Die Organisation der Famulatur war bereits ein halbes Jahr im Voraus problemlos verlaufen und auch vor Ort zeichnete sich der Standort durch makellose Planung des Aufenthaltes durch. Wie alle anderen Famulanten und PJ-ler, die dort gemeinsam als „Unterassistenten“ bezeichnet werden, rotierte ich nach einem festen Plan durch die Teams des Spitals. Zu meinen täglichen Pflichten gehörten die Aufnahme der elektiv stationären Patienten, die Assistenz in Operationen, zu welchen man offiziell laut OP-Plan eingeteilt worden war sowie Rufbereitschaft an zugeteilten Terminen. In der restlichen Zeit stand das breite Programm der Sprechstunden, der Notaufnahme und des OPs zur freien Verfügung.

Meine vierwöchige Famulatur setze sich aus zwei Wochen Erfahrung am Haupthaus in St. Gallen und einem zweiwöchigen Aufenthalt am kleineren Standort St. Fiden zusammen. In St. Gallen wurde ich für je eine Woche dem Wirbelsäulen- und dem Knie-Team zugeordnet. Hier konnte ich besonders aus den Sprechstunden viel mitnehmen, da die Ärzte immer viel erklärten und gerne Fragen beantworteten. Auch durfte ich die Patienten stets selbst untersuchen. In der Wirbelsäulenchirurgie durfte ich auf Grund des Platzmangels leider nicht assistieren, die Operationen jedoch in Echtzeit über Monitore verfolgen und Fragen stellen. In der Kniechirurgie hingehen wurde ich regelhaft als Assistenz eingeteilt.

St. Fiden ist ein deutlich kleinerer Standort mit einer Maximalbesetzung von je zwei Fach- und Assistenzärzten. Hier wurde ich zu beinahe jeder Operation als Assistentin eingeteilt und wurde deutlich mehr in die Tätigkeiten des OP eingebunden als im Haupthaus. Meine Hilfe bei allen Operationsschritten vom Abdecken bis zum Ausschleusen des Patienten gehörte zum Alltag. Kleine Tätigkeiten wie das Nähen von Operationsschnitten durfte ich unter Aufsicht selbstständig durchführen. Während der Operationswartezeiten konnte ich zudem in der Notaufnahme mitlaufen oder der Anästhesie über die Schulter schauen. An Tagen, an welchen keine Operation stattfand, durfte ich zudem eigenständig Patientengespräche und Voruntersuchungen in der Sprechstunde durchführen.

Neben dem Klinikalltag fand ich schnell Anschluss zu den anderen Unterassistenten, welche meist im selben Wohnblock untergebracht waren. Es gab abends immer etwas zu tun – beispielsweise wurde regelmäßig gegrillt oder zusammen Sport gemacht.

Fazit: Aus meiner Famulatur in St. Gallen konnte ich viel mitnehmen. Die Zeit am Haupthaus in St. Gallen war besonders in Hinblick auf die theoretische Ausbildung und seltenen Krankheitsbildern interessant; der Aufenthalt am Standort St. Fiden war praktisch orientiert. Eine Famulatur in St. Gallen kann ich sehr empfehlen. Je nach Auslastung der Orthopädie mit Unterassistenten können jedoch viele Rufdienste anfallen, weswegen ein Aufenthalt während der regulären Semesterferien sinnvoll ist.