Famulatur am Peking University Peoples‘ Hospital

19.09.2017

Famulatur am Peking University Peoples‘ Hospital – Julia Lenz berichtet über ihre zweite Famulatur:

Famulatur ChinaJuni 2017 – los ging es in die Stadt des Smogs. Hier hatte ich im Rahmen einer vierwöchigen Famulatur am „Peking University Peoples‘ Hospital“ die Möglichkeit, eines der führenden Tumororthopädie-Zentren der Welt kennen zu lernen. Die Abteilung, welche alle Spektren der orthopädischen Tumorchirurgie abdeckt, ist Hauptanlaufzentrum für alle orthopädischen Tumorpatienten Chinas. Spezialisiert auf dem Gebiet der Beckenchirurgie forschen die Mitglieder der Abteilung besonders an neuartigen Sacrum-Prothesen, welche am zugehörigen Institut entwickelt und hergestellt werden. Auch individualisierte Prothesen für spezielle Resektionsgebiete werden hier mit Hilfe des 3D-Drucks produziert. Während meiner Famulatur erklärte mir der Chef der Abteilung, Prof. Dr. Wei Guo das Procedere einer solchen Entwicklung und präsentierte mir zudem einige Fallbeispiele.

Zudem bekam ich die Möglichkeit, ihn in seine Sprechstunde zu begleiten, in welcher er vor allem zugewiesene Patienten aus anderen Kliniken ganz Chinas begutachtet. An Hand dieser erklärte er mir verschiedenste Krankheitsbilder, deren Darstellung auf CT- und MRT-Bildgebungen und zugehörige Operationszugänge. Nach der Sprechstunde am Morgen nahm mich das Team mit in den OP, in welchem mir die jeweilige Operation schrittweise erklärt wurde. Für kleine Operationen durfte ich mich einwaschen und assistieren. Da meist zwei Operationssäle für die Tumorchirurgie und einige weitere für andere Felder der Orthopädie/Unfallchirurgie reserviert waren, konnte ich zwischen vielen Operationen springen und somit fast die gesamte Bandbreite der am Haus durchgeführten Operationen live miterleben.

Neben dem Klinikalltag wurde ich oft von Studierenden und Ärzten zu Sehenswürdigkeiten wie der Chinesischen Mauer, dem Sommerpalast oder der Verbotenen Stadt sowie zu vielen bekannten Restaurants der Stadt mitgenommen. Während des Monats erhielt ich so sowohl bedeutenden Einblick in das Fach der Tumororthopädie als auch in die chinesische Kultur. Im Gegensatz zu Ärzten anderer Fachrichtungen beherrschten zudem die meisten Orthopäden der Klinik sehr gutes Englisch, weswegen hier kein Kommunikationsproblem bestand. Dank der Hilfe der ansässigen Studenten, welche das Austauschprogramm zwischen Tübingen und Peking betreuen, konnte ich mich schnell in der Stadt zurechtfinden.

Fazit: Eine Famulatur in der Tumorchirurgie des Peking University Peoples‘ Hospital im Rahmen eines universitären Austauschprogrammes kann ich sehr empfehlen. Eine vorherige Absprache mit der Abteilung ist sinnvoll, um gegebenenfalls Besuche der Forschungseinrichtungen oder großer Prothesenversorgungen abstimmen zu können. Einen Aufenthalt ohne studentische Kontakte und ohne Chinesisch-Kenntnisse kann ich nicht nahelegen, da Tätigkeiten wie Kontoeröffnungen, der Kauf einer SIM-Karte und das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel außerhalb des inneren Stadtkerns ohne anfängliche Hilfe schwer möglich ist.

Julia Lenz

Kontakt: youngsters.ou@gmail.com